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MaKss DamageBearbeiten

aus Wikipedia, der freien EnzyklopädieMaKss Damage (* 21. Juli 1988; bürgerlich Julian Fritsch[1]), auch als MAK bekannt, ist ein Neonazi und deutscher Rapper aus Gütersloh[2]. Seinen Namen soll er der Hauptfigur Max Damage aus dem Computerspiel Carmageddon entliehen haben. In seinen Texten und in Interviews stellte sich Fritsch zunächst als der linken Szene zugehörig dar. Dort stießen seine Texte allerdings auf heftige Kritik. Seit Anfang 2011 ist er in der Neonazi-Szene aktiv.

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Musikalische KarriereBearbeiten

Im Oktober 2008 veröffentlichte MaKss Damage seine erste Demoaufnahme, das Album Alarmstufe Rot, im Internet zum kostenlosen Download. Auf dem Cover ist ein romantisch wirkender Sonnenaufgang dargestellt, im Hintergrund sieht man die New Yorker Skyline und ein Flugzeug, welches das World Trade Center ansteuert. Alarmstufe Rot provoziert unter anderem durch eine RAF-Hymne und ein Loblied an Lenin.

Im Juli 2009 wurde die EP Stalins Way veröffentlicht. Am 7. August 2009 sollte im Berliner Stadtteil Kreuzberg auf Einladung der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) ein Konzert mit MaKss Damage stattfinden. Antideutsche und Blogger haben die Veranstaltung scharf angegriffen[3] und konnten den Veranstalter des Konzertes so massiv unter Druck setzen, dass MaKss Damage ausgeladen wurde.[4][5] Stattdessen spielten Holger Burner und der Berliner Rapper Sinan im Festsaal Kreuzberg.

Am 15. März 2010 wurde das Tape Makssismus 2010 veröffentlicht. Es ist wiederum zum freien Download verfügbar. Auf diesem Tape ist auch der kontroverse Titel Antideutsche Hurensöhne enthalten, in dem Fritsch zum Mord an antideutschen Jugendlichen aufruft. MaKss Damage beschäftigte sich hier mit den Vorwürfen, die insbesondere von Antideutschen gegen ihn erhoben wurden. Unter anderem enthielt der Text Zeilen wie „Ich würde eher Adolf Hitler, Heinrich Himmler oder Ernst Röhm als euch links nennen.“[6]

2011 erschien ein Interview mit ihm in einem neonazistischen Internet-Portal mit dem Kölner Neonazi-Aktivisten Axel Reitz, in dem er die linke Bewegung scharf angriff und seine politische Wandlung in das neonazistische Lager deutlich machte.[6] Er argumentierte mit Widersprüchen in der linken Szene[7] und hob das Kameradschaftsgefühl in der Neonazi-Szene hervor.[6] Als Vorbild bezeichnete er den Neonazi Horst Mahler, der früher Mitglied in der Rote Armee Fraktion war und später zur NPD gekommen war.[7] Später erschien die EP Sturmzeichen, die „von sexistischen, gewaltbereiten und jetzt eindeutig rechtsextremen Ausfällen gezeichnet“[7] ist. Im September 2011 beteiligte sich Fritsch mit zwei Liedern an der Berliner Schulhof-CD der NPD.[8] Diese beiden Lieder waren auch relevant für die Indizierung der CD durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.[9][10]

Zusammen mit dem rechten Bielefelder Rapper King Bock brachte er Ende 2011 den Titel Die Faust geht zum Kopf heraus, worauf Hausdurchsuchungen bei den beiden Rappern folgten. Die Polizei beschlagnahmte bei den Razzien Datenträger und Geräte zur Musikproduktion.[11]

Im Jahr 2012 veröffentlichte Fritsch die Hausdurchsuchungs EP.[12] Ende März 2013 begann MaKss Damage mit der Veröffentlichung von diversen Einzelliedern, die einen Monat später endete.[13][14]

KritikBearbeiten

MaKss Damage stand wegen seiner Liedtexte bereits vor seiner Wandlung zum Neonazi oft in der Kritik. So warfen linke Gruppen ihm vor, dass seine Texte sexistisch[15], frauenfeindlich und gewaltverherrlichend[16] seien. Auch wurde ihm vorgeworfen, dass seine Texte zur Vernichtung von Antideutschen aufrufen würden, er Hass gegen Israel propagiere und die Intifada mit ihren Selbstmordattentätern feiere.[17]

Nach seinem Einstieg in die Neonazi-Szene begann MaKss Damage vermehrt nationale, aber auch rechtsextreme Elemente zu verwenden. So rief er zur Beteiligung an einem Trauermarsch in Stolberg auf. Dort war 2008 ein 19-jähriger Jugendlicher bei einer Auseinandersetzung mit einem Staatenlosen libanesischer Abstammung ums Leben gekommen. Jährlich veranstaltet die neonazistische Szene dort einen Gedenkmarsch. MaKss Damage stellt den ermordeten Jugendlichen dabei fälschlicherweise als Neonazi dar.[7]

Das folgende Hausdurchsuchungs EP wurde seitens der lokalen Presse als rassistisch, fremdenfeindlich und abstoßend kritisiert.[18] Im Vorfeld einer Demonstration der „Die Rechte“ in Wuppertal nahm Fritsch einen Song auf, in dem er Antifaschisten mit den Tod droht und fordert, dass aus dem hiesigen „Autonomen Zentrum“ ein KZ gemacht werden soll. So textete er: „Ihr seid zum Glück bald tot, dann übernehmen wir das Ruder“ sowie „Wir machen weiter und weiter, bis euer Blut in unsere Wupper fließt.“[19]

Diskografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 2008: Alarmstufe Rot (Online-Mixtape)
  • 2009: Stalins Way (Online-EP)
  • 2010: MaKssismus 2010 (Online-Mixtape)
  • 2011: Sturmzeichen (Online-EP)
  • 2012: Hausdurchsuchungs EP (Online-EP)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gastwirt sieht sich als Opfer. nw-news.de, 29. November 2011, abgerufen am 29. November 2011: „Wie berichtet, war der Rapper, mit bürgerlichem Namen Julian Fritsch, vor gut einer Woche in eine nächtliche Auseinandersetzung mit mehren Personen vor der Kneipe verwickelt.“
  2. Hinweis auf Gütersloh in der Ankündigung des Kreuzberger Konzertes (nachzulesen z.B. hier).
  3. Blog Theorie als Praxis: Übersicht über Diskussion MaKss Damage / Soli-Konzert 7.8.
  4. Schlaraffenland: Makss Damage.
  5. Weblog Theorie als Praxis: Zur Stellungnahme von MD.
  6. Flo: Makss Damage: Plötzlich Nazi! Rap.de, abgerufen am 24. September 2011.
  7. NS-HipHop: MaKss Damage. Netz gegen Nazis, 17. Juni 2011, abgerufen am 24. September 2011.
  8. Lorenz Vossen: Berlins Bildungssenator warnt vor Neonazi-CD. Berliner Morgenpost, 15. September 2011, abgerufen am 25. September 2011.
  9. Entscheidung Nr. 5889 vom 1. März 2012, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr. 52 vom 30. März 2012
  10. Karola Madeleine: Die letzte Instanz in Sachen Nazi-Rap. Vice, 27. April 2012, abgerufen am 3. Mai 2012.
  11. Damage für NS-HipHopPublikative.org vom 8. September 2012
  12. http://makss-damage.net/?page_id=43
  13. http://makss-damage.net/?p=251
  14. http://makss-damage.net/?p=349
  15. alfie rednecko : Antisemitisches und sexistisches Konzert (B).
  16. Linke-BRD diskutiert über HipHop – und hat Schwierigkeiten, Musik und Politik zusammenzudenken, PDF.
  17. Vernichtungsphantasien.
  18. http://www.nw-news.de/owl/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/7026813_Guetersloher_Rapper_reizt_die_Fahnder.html
  19. Braune Morddrohungen, Frankfurter Rundschau vom 20. Juli 2013